Als Dunkelfeldmikroskopie bezeichnet man
allgemein eine spezielle Variante der Lichtmikroskopie. Es wird
hier ein spezielles Beleuchtungsverfahren angewendet bei dem das
zu mikroskopierende Objekt nicht im Auflicht (also aus
Blickrichtung), sondern im Durchlicht betrachtet wird. Durch
Einfügung einer Blende wird das von der Lichtquelle des
Mikroskops kommende Licht am Objektiv vorbeigeleitet. Nur das am
Präparat gestreute Licht gelangt in das Objektiv und erzeugt
dort ein Bild mit hellen Strukturen auf dunklem Untergrund. In
diesem Bild sind dann die äußeren Konturen der Objekte im
Präparat erkennbar.
Besonders
von Vorteil ist die Tatsache, dass auch lebende, transparente
Objekte beobachtet werden können, ohne sie färben zu müssen. In
der allgemeinen Wissenschaft wird dieses Verfahren zur
Untersuchung von Plankton, das sind Kleinstlebewesen im Wasser,
oder auch zur Untersuchung von Chromosomen verwendet.
Die Nutzung der Dunkelfeldmikroskopie ist in
der Alternativmedizin weit verbreitet und wird als
Diagnoseverfahren zur Blutuntersuchung nach Dr. Enderlein (Isopathie)
angewandt. Die Untersuchung beruht dabei auf Annahmen zur
Morphologie von Mikroorganismen. Das heißt aus der Anordnung und
Gestalt (Form) der Bestandteile des Blutes werden Rückschlüsse
auf den Gesamtzustand des Patienten gezogen. Obwohl dies
Verfahren in seinen Ursprüngen bereits auf das 19. Jahrhundert
zurückgeht, ist es bis heute nicht wissenschaftlich anerkannt.
Die Dunkelfeldmikroskopie ist im Sinne der
Alternativmedizin eine ganzheitliche Blutuntersuchung. Antoine
Béchamp (1816-1908) beschrieb als erster die im Dunkelfeld
erkennbaren Teilchen als Kleinstlebewesen, welche sich zu Viren,
Bakterien und sogar Pilzen entwickeln können.
Nach einem Gelehrtenstreit zwischen ihm und
seinem Gegenspieler Luis Pasteur wurde diese Erkenntnis abgetan
und erhielt für lange Zeit keine Beachtung mehr. Anfang des
letzten Jahrhunderts führte Prof. Dr. G. Enderlein (1872-1968)
die Überlegungen Béchamps weiter. Für die Alternativmedizin gilt
Dr. G. Enderlein heute als Pionier der Dunkelfeldmikroskopie.
Gemäss seinen Ausführungen wurden die
vorkommenden Mikroorganismen im Blut als Vorstufen von Bakterien
und Viren bezeichnet. Obwohl sich die Arbeiten von Enderlein auf
klar zu beobachtende Phänomene stützen, fanden sie in der
Schulmedizin weiterhin wenig Beachtung.
Die Dunkelfeldmikroskopie in der Praxis
Dem Patienten wird zur Untersuchung ein Tropfen
Blut aus einer Fingerbeere entnommen. Diese Probe wird auf einem
Objektträger unter das Mikroskop gelegt und wie beschrieben im
Durchlicht untersucht. Da das Blut unmittelbar entnommen und
untersucht wird, handelt es sich um eine Lebendprobe. Es wird
eine bis zu 1200-fache Vergrößerung verwendet und das Bild über
einen Bildschirm auch für den Patienten sichtbar dargestellt. Es
werden insbesondere die Formen der Blutkörperchen,
Fliesseigenschaft, Verklumpungstendenzen, sowie Vorkommen von
Mikroorganismen im Extrazellulärraum (außerhalb der Zellen)
beobachtet und beurteilt.
Video 1: Ein Bluttropfen betrachtet im Dunkelfeld. Es
sind keine morphologischen Besonderheiten , wie Verklumpungen
oder dergleichen, zu beobachten
Welche Aussagen kann man nach einer
Befunderhebung machen?
Die Befunderhebungsart gibt dem Therapeuten wie auch dem
Patienten einen Ersteindruck über dessen Gesundheitszustand. Sei
dies nun die Funktion des Immunsystems, Ausscheidungsstörungen,
Belastungen von einzelnen Organen, Stresszustände,
Blutzirkulation, Belastung mit Toxinen,
Säure-Basen-Disharmonien, um nur einige zu nennen. Sehr
aufschlussreich ist die Beurteilung von vorkommenden
Mikroorganismen im Extrazellulärraum - interessanterweise decken
sie sich mit den Forschungsergebnissen von Dr. Enderlein vor
bald 100 Jahren!
Die Dunkelfeldmikroskopie eröffnet die Möglichkeit unkompliziert
den Therapieverlauf zu beobachten und kurzfristig Anpassungen
vorzunehmen. Auch bei Allergieerkrankungen oder andere
chronischen Leiden empfiehlt sich daher diese Methode. Es kann
eine herbe Enttäuschung für einen Patienten sein, wenn er nach
monatelanger Therapie in einem aufwändigen Test feststellen
muss, dass sich sein inneres Milieu in keiner Weise verbessert
hat. Die Dunkelfeldmikroskopie ermöglicht dagegen eine
kontinuierliche Kontrolle, ohne großen Aufwand.
Beispiele von Dunkelfeldbildern
Filitbildung: Mit Filitbildung sind die nadelförmigen Striche im
Extrazellulärraum gemeint - also nicht die Blutzellen selber.
Die nadelförmigen Striche sind im Bildhintergrund zu erkennen.
Meistens liegt hier eine sogenannte Mucor racemoseus-Belastung
(Schimmelpilz) vor, die auf eine Verschiebung des
Säure-Basen-Haushaltes hindeutet. Die Fliesseigenschaft des
Blutes wird verringert. Es entstehen Durchblutungsstörungen. Die
Folge davon sind Müdigkeit, Energielosigkeit, Mattigkeit und
Trägheit.
Falsche Essgewohnheiten, wie auch Stressfaktoren verschiedenster
Art können Auslöser dafür sein.
Video 2: Filitbildung in einer Lebendprobe im Bildhintergrund zu
sehen.